Geschrieben von Stefan Kleiser
Mittwoch, 29. April 2015

Der Rückkehrer
Luka Petricevic ist zurück im SC Horgen, um den Unterschied zu machen. Der 30-jährige Torwart findet, es habe sich einiges verändert seit seiner ersten Ankunft 2010. Auch er selbst.

Er ist 30, also im besten Torwart-Alter, und spielt schon 18 Jahre Wasserball. Er war Junioren-Vize-Weltmeister, stand mit Sibenik, dem Team seiner Heimatstadt, im Endspiel der Len Trophy. Nun ist Luka Petricevic vom Schwimmclub Horgen verpflichtet worden, um Domagoj Odrljin zu ersetzen. Der Schweizer Nationaltorhüter verpasst wegen einer Schulterverletzung die Saison. Petricevic soll an seiner Stelle die Abwehr zusammenhalten. Nicht zum ersten Mal. Schon 2010 war der Kroate Neuzuzug im 29-fachen Wasserball-Meister. Vier Saisons spielte er am Zürichsee. Und Horgen kassierte jedes Jahr weniger Gegentore, am Ende noch acht pro Partie. Es sind Werte, die Petricevic, der in der freien Zeit Rad fährt und Deutsch lernt, nicht kennt. «Ich kümmere mich nicht um Zahlen.» Er sieht sich als Helfer. «Wenn ich gut bin, ist für die anderen im Team einfacher zu spielen.»
Immer ein Leader
Zuletzt half Petricevic aber in der zweiten kroatischen Liga. Als ihm im Sommer 2013 eröffnet wurde, dass sein Vertrag am Zürichsee nicht verlängert werde, hatten die besten Clubs ihre Kader schon komplett. Bei Zadar 1952 übertrug man ihm die Aufgabe, den jungen Goalie Mate Brajacic in seiner Entwicklung zu unterstützen. Zadar beendete die Spielzeit auf Rang zwei. «Es war das beste Resultat seit sieben Jahren», sagt Petricevic.
«Nach fünf Saisons in Griechenland und der Schweiz war ich glücklich, wieder zu Hause zu spielen», erklärt er. Daneben studierte er an der Uni in Zagreb «Tourismus Management». In einem Jahr will er fertig sein. Dann rief Lukasz Kieloch an, neuer Trainer in Horgen. Und so kam Petricevic zurück. «Lukasz brachte frischen Wind. Es ist noch nicht lange her, da war er selbst der wichtigste Spieler. Er ist wie ein Götti des Teams.»
Und Petricevic, ist er nun der Leader? «Ich war schon 2010 einer», schmunzelt er, der 2013 auch die Damen trainierte. «Als Ausländer in Horgen muss du immer ein Schlüsselspieler sein.» Er sei geholt worden, «um den Unterschied auszumachen». Seine Position sei somit die gleiche wie 2010. «Aber mein Leben hat sich seither komplett verändert. Fünf Jahre sind viele Tage. Mit 30 denkst du anders als mit 25.»
Im Herbst der Karriere
Die Schweiz habe ihn verändert, meint Petricevic. «Ich musste mich mit einem anderen Lebensstil auseinandersetzen. Ich habe gelernt, Regeln zu befolgen. Das muss man hier, um voran zu kommen.» Aus dem Plan, Horgen zum ersten Meistertitel seit 2007 zu führen, wurde aber nichts. Heuer ist mit dem 9:9 gegen das zuvor verlustpunktlose Lugano ein erster Erfolg geglückt. Die Tessiner sind erster Anwärter auf den Titelgewinn. «Sie haben einen Amerikaner, der das Team 40 Prozent stärker macht», sagt Petricevic. 2009 spielte er mit Timothy Hutten in Jadran.
Derzeit belegen die Horgner Rang drei. Das Problem: Dem Trainer stehen nur acht erfahrene Wasserballer zur Verfügung. «Wir haben keine lange Ersatzbank», erklärt Petricevic. Die Junioren, die nachgezogen werden, benötigten noch Zeit, «zwei, drei Saisons». Bis dann ist Luka Petricevic vielleicht für immer aus dem Becken gestiegen. «Ich spiele vielleicht noch ein, zwei Jahre. Dann möchte ich mein Familienleben haben. Wasserball ist toll, und ich bin dankbar für alles. Aber mit 35 sehe ich mich nicht mehr spielen.»

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