shadow_left
 
Shadow_R
fdw2011_02.jpg
Agenda
>> Zum Kalender
 
   
Warm Up - Erika Brunner, Captain der Damen: Für mich ideale Kombination Drucken
Geschrieben von Urs Köhle   
Montag, 23. Januar 2012

In der nationalen Liga der Frauen ist der SC Horgen seit Jahren tonangebend. Erika Brunner gehört zu den Teamstützen, welche für Kontinuität und Erfolg sorgen. Langweilig wird ihr trotz vielen Siegen nicht.

(geschrieben von Urs Köhle, 13. Januar 2012, Zürichsee-Zeitung)

Wieso soll der Sportinteressierte morgen Samstag ins Bergli-Hallenbad gehen, um das Spiel der Horgnerinnen gegen Genf zu verfolgen?

Erika Brunner: Er sieht, was sich im Team unter dem neuen Trainer verändert hat.

Was ist anders geworden unter Dean Suazo, der das Team auf diese Saison hin übernommen hat?

Viel. Das Training ist zwar immer noch körperlich anstrengend, aber es ist zugleich gedanklich anforderungsreicher geworden. Ich hatte noch nie erlebt, dass ein Trainer in diesem Mass darauf setzt, dass wir Spielzüge einüben, taktische Varianten einstudieren. Zum Beispiel hatten wir für das Überzahlspiel bisher eine Aufstellung, jetzt haben wir verschiedene Varianten.

Und haben Sie die schon getestet?

Bis jetzt schon vor allem im Training. Die bisherigen drei Meisterschaftsspiele dieser Saison hat Horgen klar gewonnen.

Warum sind Sie mit Ihrem Team so überlegen?

Der Sieg gegen das Swiss Team (23:8;Red.) war vorauszusehen, denn das sind alles junge Spielerinnen, denen noch einige Erfahrung fehlt. Genf und Neuchâtel haben ebenfalls viele neue Spielerinnen eingebaut. Bei uns hats auch Neue, aber ein Grundstock ist seit etwa zehn Jahren dabei. Darum ist unser Team eine gut funktionierende Einheit.

Horgen gewinnt eigentlich immer – wirds da nicht etwas langweilig für Sie?

Nein, sicher nicht. Wir sind jetzt oben und haben fünfmal die Meisterschaft gewonnen. Aber vorher gabs auch lange Jahre, in denen wir immer nur 2. oder 3. waren. Letzte Saison war die neue Herausforderung, Meisterschaft und Cup zu holen. Zudem wechseln die Gegner – wobei Ägeri und Basel in der Regel schon die Stärksten sind. Auf diese konzentrieren wir uns.

Wie macht das Team das?

Wir trainieren zum Beispiel Spielzüge, die auf diese Equipen ausgerichtet sind, und üben sie auch gegen andere Gegner ein, wenn wir sicher voraus sind.

Wasserball ist eine anstrengende Sportart. Wie lange sind jeweils Ihre Einsätze?

Auch die Länge der Einsätze hat sich unter Dean Suazo geändert. Früher habe ich neben zwei, drei anderen Spielerinnen oft den ganzen Match durchgespielt. Suazo setzt auf kürzere Einsätze, mit ebenfalls kurzen Pausen dazwischen.

Zum Saisonstart hatte Horgen gar zwei Matches am gleichen Tag, zuerst in Genf und dann in Neuenburg. Warum?

Wir konnten so den grossen Reiseaufwand senken. Wir riskierten es, weil wir ein genügend grosses Kader haben und weil wir wussten, dass Neuenburg nicht so stark ist (Horgen gewann 18:6; Red.). Nach dem zweiten Spiel waren aber alle k. o.

Können die Teams die Termine wählen?

Vor der Saison ist jeweils eine Sitzung, an der die Klubs die Termine ausmachen.

Für Horgen kommen jetzt lange Abstände zwischen den Spielen. Wie gehen Sie damit um?

Wir haben Trainingsspiele auf dem Programm. Die Hauptsaison ist dann im April, Mai und Juni. Ab Ende April gehts im Sportbad Käpfnach weiter.

Spielen Sie lieber in der Halle oder unter freiem Himmel?

Ganz klar draussen. Wir freuen uns alle schon auf das erste Training im Freien. Im Käpfnach ist es einfach wunderschön. Es ist auch besser für den ganzen Verein, dort hat es genug Platz, dass zwei oder drei Mannschaften nebeneinander trainieren können. Im Bergli ist es enger.

Sind Sie auch allgemein eine Wasserratte?

Ja, definitiv. In Horgen muss man das fast sein, man ist am See, und es hat einen grossen Schwimmklub. Ich war am Anfang im Schwimmen.

Wie sind Sie beim Wasserball gelandet?

Ich probierte auch Handball aus. Wasserball war dann aber die ideale Kombination für mich. Ein Teamsport mit Ball, und dazu erst noch im Element Wasser, das fasziniert mich nach wie vor.

Wie lange sind Sie schon dabei?

Begonnen habe ich mit etwa 14 – jetzt sind es bald 13 Jahre Wasserball.

Wie würden Sie selber Ihre Stärken in diesem Sport umschreiben?

Hmmm... (überlegt eine Weile). Ich habe eine gute Kondition, gute Spielübersicht. Aber nicht den schärfsten Schuss und nicht das höchste Tempo.

Die klassische Allrounderin also?

Ja. Weil unsere Torhüterin in den ersten zwei Spielen nicht dabei sein konnte, war ich auch zeitweise im Tor.

Und Ihre Schwächen?

Ich stelle manchmal zu hohe Anforderungen an mich selber. Wenns mir dann nicht so läuft wie gedacht, droht ein Tief. Das hat sich aber gebessert mit den Jahren. Ich weiss, dass man einfach weiter pushen muss.

Welche speziellen Aufgaben haben Sie als Captain?

Ich unterstütze den Coach dabei, das Team zu motivieren, im Training und im Wettkampf. Übernehme Verantwortung und versuche, die Ruhe zu behalten, wenns einmal nicht so gut laufen sollte.

Wechseln wir den Fokus, weg vom Wasserball: Wo waren Sie zuletzt in den Ferien?

Im Sommer drei Wochen in Vancouver und in Kalifornien.

Was hat Ihnen am besten gefallen?

Die Stadt Vancouver selber. Meer, Natur und eine Stadt, in der etwas los ist, die aber doch nicht hektisch ist. Manchmal hat man einfach ein gutes Gefühl, wenn man an einem Ort ist.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Warten Sie – (nimmt das Buch hervor): «Freedom» von Jonathan Franzen. Ich lese viel englisch.

Sie sind Lehrerin an einer zweisprachigen Schule. Hängt das damit zusammen?

Ich bin schon zweisprachig aufgewachsen, bin Doppelbürgerin SchweizUSA. An der Schule gebe ich den englischen Teil für 1.und 2.Klässler.

Wenn Sie Zeit übrig haben, was unternehmen Sie dann?

Gerne mache ich anderen Sport, zum Beispiel Badminton, einfach zum Plausch, mit meinem Freund. Und ich lese sehr gerne.

Sie wohnen in Horgen; welches ist Ihr Lieblingsort in der Region?

Am liebsten bin ich am See. Zum Beispiel zum Baden, Joggen, Spazieren.

Womit kann man Erika Brunner eine Freude machen?

Am meisten freue ich mich eigentlich, wenn meine Schüler verstehen, was ich ihnen erkläre. Privat (überlegt) – am meisten freut es mich, jemand anderem eine Freude machen zu können. Und über Komplimente freut man sich natürlich immer.

Ihr Lebensmotto lautet?

Im Sport ist mir ein Ausspruch unseres Trainers in Amerika – dort spielte ich während meines Studiums – präsent geblieben: «If the mind can believe it, the body can achieve it», was der Kopf glauben kann, das kann der Köper fertigbringen

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 03. März 2012 )
 
< zurück