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Zürichsee-Zeitung (29.01.2010) «Können nur als Team gewinnen»von Stefan Kleiser Acht starke Spieler, der Rest Junioren: So sieht der Mix im Wasserball-NLA-Team Horgen aus. Nationalspieler Oliver Fröhli (20) zur neuen Saison, der B-EM und seiner Rolle in der Mannschaft.
Die Ziele der Horgner sind bescheiden formuliert. Mit einem Platz in den Playoffs wäre Uwe Sterzik, Trainer der Horgner Wasserballer, diese Saison zufrieden. Denn im Sommer hat das Kader erneut an Breite verloren. Nationalspieler Dave Alvarez ist zurückgetreten, die Verträge mit den Ungarn Peter Slaterics und Joszef Fabry wurden nicht verlängert. Neu im Team steht mit Luka Petricevic nur ein kroatischer Torwart. Die Folge: Die Spieler, die schon über Nationalliga-A-Erfahrung verfügen, stehen noch mehr in der Verantwortung. Zum Beispiel Oliver Fröhli. Bisher ist ihm im SC Horgen eine Karriere nach Mass gelungen. 2006 debütierte er im NLA-Team - als 16-Jähriger. Zwei Jahre später war Fröhli schon Nationalspieler, letztes Jahr bestritt er die B-EM in Lugano. Dort blieb der sportliche Erfolg zwar aus. «Aber in der Vorbereitung, bei zwei Trainings am Tag, da konnte man sich vorstellen, wie es als Profi wäre», erzählt er. In normalen Wochen übt Fröhli rund zwölf Stunden. Auch drei andere Horgner machten die EM-Vorbereitung mit. «Diese Erfahrung hilft uns in der Liga.» Schlechte Tage sind nicht erlaubt «Das für Horgen normale Ziel, Schweizer Meister zu werden, ist dieses Jahr fehl am Platz», sagt Oliver Fröhli trotzdem. «Wir haben acht wirklich gute Wasserballer: Die Bank ist aber mit jungen Spielern besetzt. Und wir haben nur zwei Ausländer im Team, die anderen Klubs aber drei oder vier.» Deshalb kann sich 2010 kein Horgner Spieler einen schlechten Tag erlauben, ohne dass dies Auswirkungen auf die Teamleistung hätte. «Die ersten acht Spieler müssen alle in Form und konditionell gut drauf sein», weiss Fröhli. Natürlich erhoffe er sich, dass einer der Junioren bereits mithalten kann: «Aber ein Spieler benötigt Zeit, um sich an die Nationalliga A zu gewöhnen. Auch ich brauchte zwei, drei Jahre dafür.» Nun ist die Schonfrist für den 20-Jährigen um. «Dadurch, dass in den letzten Jahren viele Spieler zurückgetreten sind, bin ich zu einem wichtigen Spieler geworden.» 2009, im letzten Jahr als Junior, habe er zwar auch schon viel Spielzeit erhalten. «Aber ich war doch noch ein Junger, dem Fehler verziehen wurden.» Und jetzt? «Ich bin immer noch nicht der Spieler, der alles machen muss. Ich muss einfach meine Aufgabe erledigen.» Die ist, in der Verteidigung auf der rechten Seite den besten der gegnerischen Angreifer abzumelden. «Wir haben es im Team gut miteinander. Und dieses Jahr müssen wir nicht unbedingt gewinnen», sagt Fröhli. Druck gibts nur an der ETH. Anfang Februar muss Fröhli in seinem Elektrotechnik-Studium zur Zwischenprüfung antreten. 50 Prozent beträgt die Durchfallquote. «Da muss ich mich zusammenreissen.» «Spielerisch noch am Anfang» Am Wochenende starten die Horgner in Genf gegen Kreuzlingen und Basel in die Meisterschaft. Bezüglich Kondition sei das Team auf einem guten Stand, urteilt Fröhli. «Spielerisch stehen wir aber noch ganz am Anfang.» Im Winter können die Horgner nur im 25-Meter-Becken üben. «Es ist jedes Mal ein Schock, wieder im grossen Becken zu spielen», erzählt Fröhli. Die Spieler müssen sich umgewöhnen. Trotzdem sind die ersten Saisonspiele wichtig - zur Standortbestimmung. «Bisher hatten wir erst ein Cupspiel in Winterthur, und das war nicht der grosse Gegner.» Auch die Partien von Mitte Januar am Schluefweg-Cup in Kloten gaben wenig Aufschluss. Meister Kreuzlingen und Vizemeister Lugano fehlten ebenso wie Basel, und Ägeri war nicht komplett. «Nur gegen Genf haben wir gesehen, dass wir bestehen werden.» |