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Die Gründung des Schwimmclubs Horgen

 
Aus Aufzeichnungen des Ehrenpräsidenten «Eugen Laubbacher»

Schon zu Beginn der zwanziger Jahre machten sich in unserer grossen Industriegemeinde Bestrebungen bemerkbar, das Schwimmen nicht nur durch die Schule zu fördern, sondern auch als Sport zu betreiben. In der Erkenntnis, dass das Schwimmen für die Jugend nicht nur ein gutes Erziehungsmittel, sondern für Jung und Alt wirklich gesund ist, Geist und Körper stählt, wollte man es in möglichst weite Kreise unserer Bevölkerung tragen.
In Horgen gab es damals schon etliche sogenannte Schwimmkanonen verschiedensten Alters, in deren Köpfen langsam der Entschluss reifte, hier ebenfalls einen Klub zu gründen. Das war aber nicht so einfach und schneller gesagt, als getan, weil jegliche Trainingsanlage, ausser der immer stark bevölkerten Badeanstalt, fehlte zudem der Schweiz. Schwimmverband, der um Hilfe hätte angegangen werden können, noch nicht in der heutigen, ausgebauten Form bestand.
Aber unserem unermüdlichen, in den dreissiger Jahren zum Ehrenmitglied ernannten Heiri Brändli, unterstützt von einigen Kameraden, unter ihnen Gustav Ohnmacht, gelang es doch, Schwimmer ernstlich zu interessieren.

Elf Aktive und zwei Passive machten den Anfang

Die beiden luden auf den 21. Juli 1924 zu einer ersten Zusammenkunft und Aussprache ins Restaurant Frohsinn ein. Mit bangem Hoffen und wohl auch etwas zittrigen Knien bestiegen sie auf den abgemachten Zeitpunkt die steile Frohsinntreppe und waren dann aber freudig überrascht, eine ganz ansehnliche Gruppe von Interessierten vorzufinden und sogar eine Delegation von bekannten Schwimmgrössen vom SC Zürich, mit Jean Looser, Leo Koch und Walter Übersax, begrüssen zu können.
Der SC Zürich hatte von den Bestrebungen Kenntnis erhalten und wollte seinerseits kräftig zu einer Neugründung mithelfen. Das war wirklich eine feine Geste des grossen Stadtklubs. Versammlungsleiter Gustav Ohnmacht und Jean Looser setzten den Anwesenden Zweck und Ziel des Sportschwimmens und des damals noch wenig bekannten Wasserballspieles auseinander. Am Schluss waren alle nach rege benützter Diskusion davon so begeistert, dass sie der Gründung eines Klubs spontan zustimmten und sich durch ihre Unterschrift als Mitglied zur Mitwirkung verpflichteten. Davon elf als Aktive und zwei als Passive. Damit war der Schwimmclub Horgen gegründet und auf diesen Namen getauft worden.
Selbstverständlich musst der neue Klub auch einen Vorstand haben für die Erledigung der laufenden Geschäfte.

Gewählt wurden für den ersten Vorstand als Präsident Gustav Ohnmacht, als Aktuar Heiri Brändli und als Schwimmwart Leo Koch. In einer späteren Versammlung wurden als Ergänzung Max Gislimberti als Kassier und Jean Bächtold als Beisitzer auserkoren. 13 Sportbegeisterte haben den neuen Verein ins Leben gerufen. Diese in unserem Volke nicht immer als Glückszeichen empfundene Zahl störte die Unentwegten keinesfalls. Sie waren von einem gesunden Optimismus beseelt und rechneten natürlich mit baldigem Zuwachs. Sie durften das ohne weiteres, hatten sie doch in ihren Reihen die zu ihnen gestossenen Aktiven des SC Zürich, die Kameraden Leo Koch und Walter Übersax. Unter der Führung von Schwimmwart Koch wurde das Training in der Badeanstalt in die Hand genommen und wie zu erwarten war, meldeten sich bald noch andere, zum Teil vielversprechende Schwimmer und sogar Schwimmerinnen zum Beitritt. Die Teilnahme an einer Schwimmkonkurrenz in Zug, das für den Schwimmsport schon in frühen Jahren grosses Verständnis bewies, wurde das erste Kräftemessen. Die Horgner schnitten bereits dort gut ab.

«Die Pflege des Schwimmsports auf breitester Grundlage im volkstümlichen Sinne»

Dass ein richtiger Verein auch seine schriftlich niedergelegten Satzungen haben muss, in denen die Rechte und Pflichten der Mitglieder umschrieben sind, leuchtete allen ein und Leo Koch als bester Kenner hatte sich auch schon bald an den Entwurf der ersten Statuten gemacht. Seine Arbeit wurde ihm dadurch belohnt, dass die dazu einberufene Generalversammlung sie zum Beschlusse erhob und in Kraft setzte. Der erste Artikel dieser Statuten, die in späteren Jahren notwendigerweise noch erweitert wurden, lautet: «Der SC Horgen bezweckt die Hebung und Pflege des Schwimmsports auf breitester Grundlage im volkstümlichen Sinne, sowie die Ausbildung seiner Mitglieder im Rettungswesen.

Der SC Horgen ist politisch und konfessionell absolut neutral.» Mit diesen Worten hat der Klub die ernste Pflicht freiwillig auf sich genommen, das Schwimmen mit all seinen die Gesundheit und in gewisser Beziehung auch die Lebenssicherheit fördernden Vorteile, zu verbreiten und in unserer Bevölkerung zu verwurzeln. Schon verschiedentlich hat er Schwimmkurse für Jung und Alt durchgeführt und damit guten Boden getroffen. Seine Aufmerksamkeit wird der Verein aber vor allem der Jugend widmen und er hat schon unzähligen Mädchen und Jungen die verschiedenen Stilarten im Schwimmen beigebracht und dazu verholfen, dass sie in dieser Kunst nicht nur schnell, sondern auch ausdauernd und vielseitig wurden. Veranstaltete Schülerschwimmen haben bei unserer Jugend immer grosse Freude ausgelöst.

Vom Gründungsjahr selbst ist nicht mehr viel zu erzählen, einzig, dass am 15. Dezember 1924 der Beitritt zum Schweiz. Schwimmverband beschlossen und Horgen dann von diesem einstimmig aufgenommen wurde.